SLAM in der Vermessung.
Handheld-LiDAR mit SLAM-Algorithmus erfasst Punktwolken dort, wo eine Drohne nicht fliegen darf, nichts sieht oder sich nicht lohnt: in Gebäuden, unter Bäumen, an Bahnanlagen und auf kleinen Flächen. Der Beitrag zeigt, wie eine Aufnahme abläuft, was die Daten leisten und wo die Grenzen liegen.
SLAM steht für Simultaneous Localization and Mapping. Der Algorithmus stammt aus der Robotik der 1980er Jahre: Ein Gerät bestimmt in unbekannter Umgebung seine eigene Position und baut gleichzeitig eine Karte auf. Heute steckt er in Staubsaugerrobotern, in selbstfahrenden Autos und in Handheld-Vermessungsgeräten, die LiDAR mit IMU, GNSS und RGB-Kameras kombinieren.
In der Vermessung wird das Gerät in der Hand gehalten oder als Rucksack getragen. Während die Fläche abgegangen wird, verrechnet der Algorithmus die überlappenden Laserscans mit den Bewegungsdaten und baut die Punktwolke schon beim Gehen auf. Das Tablet zeigt live, ob alle Bereiche erfasst sind, die Kameras liefern parallel die Farbe.
Drohnen sind für große Flächen das richtige Gerät. Fehlt eine Genehmigung, verdeckt Bewuchs den Boden, liegt ein Innenraum vor oder bleibt die Fläche klein, übernimmt das Handheld-Gerät.
SLAM braucht keine Aufstiegsfreigabe und keine Flugplanung, weil kein Luftfahrzeug bewegt wird. Das Verfahren eignet sich für Innenräume, Bereiche unter Vegetation, Flächen bis etwa einen Hektar und als Ergänzung zu Drohnendaten. Für Millimeter-Toleranzen und die gerichtsfeste Grenzfeststellung ist es nicht geeignet.
Wofür SLAM eingesetzt wird.
Sechs Felder, in denen eine Drohne nicht fliegen darf, nichts sieht oder sich nicht lohnt.
Innenräume und Tiefgaragen
Gebäude, Tunnel, Tiefgaragen, Hallen. Wo GNSS nicht oder nur unzuverlässig empfängt, bestimmt der Algorithmus die Position allein aus Laserscans und Bewegungsdaten.
Areale unter einem Hektar
Unter etwa einem Hektar lohnt sich eine Befliegung selten. Eine Person läuft die Fläche ab, bevor eine Drohne einsatzbereit ist.
Innenstädte und Bahnanlagen
In Stadtkernen, an Bahnanlagen und in Hafenbereichen entfällt das Genehmigungsverfahren der speziellen Kategorie, weil kein Luftfahrzeug bewegt wird. Zutritt und Hausrecht bleiben zu klären.
Details im Wald
Wo die Drohne von oben den Boden nicht mehr sieht, erfasst das Handheld-Gerät am Boden mit hoher Punktdichte. Unter dichtem Bewuchs sind über 10.000 Punkte pro Quadratmeter erreichbar.
Sichtschatten der Drohne
Unter Brücken, Vordächern und Kronendach fehlen der Drohne Daten. Das Handheld-Gerät holt sie aus der Bodenperspektive nach.
Zuwegungen und Trassen
Wege zu Wind- und Strommasten, Waldwege, Gräben mit Versorgungsleitungen. Die Begehung funktioniert auch in unwegsamem Gelände.
Dazu kommen Volumen kleiner Haufwerke, Bestandsaufnahmen von Bauwerken und Querprofile an Gleisanlagen, solange keine Millimeter-Toleranz verlangt wird.
Sensor, Algorithmus, Kameras.
Vier Komponenten messen gleichzeitig. Der SLAM-Algorithmus rechnet sie zu einer Punktwolke zusammen.
LiDAR-Sensor
Ein rotierender Laserscanner. Die Sensoreinheit dreht sich um 360 Grad, das Sichtfeld liegt typisch bei 270 Grad. Die Person, die das Gerät führt, bleibt dadurch aus der Punktwolke ausgespart.
IMU und SLAM-Algorithmus
Die IMU liefert Beschleunigung und Drehraten in hoher Frequenz. Der Algorithmus verrechnet sie mit den Laserscans, bestimmt daraus die Bahn des Geräts und setzt die Einzelscans zur Gesamtpunktwolke zusammen, ohne externe Vermarkung.
GNSS und RTK
Im Freien liefert das GNSS-Modul die globale Position, mit RTK-Korrektur wird die Aufnahme live georeferenziert. Im Innenraum entfällt das, dort läuft die Aufnahme in einem lokalen Koordinatensystem.
RGB-Kameras und Live-Ansicht
Drei Kameras fotografieren während der Begehung und färben die Punktwolke später ein. Das Tablet zeigt Punktwolke, Gerätestatus und GNSS-Information live, Lücken fallen sofort auf.
Die Initialisierung dauert rund drei Minuten, danach ist das Gerät einsatzbereit. Mit etwa einem Meter pro Sekunde ergibt die Begehung meist die beste Balance aus Punktdichte, Stabilität des Algorithmus und Zeitaufwand. Lange Begehungen werden mit Schultergurt geführt, damit die Hand frei bleibt.
Vier Aufnahmen aus dem Einsatz.
Alle vier Datensätze entstanden mit einem Handheld-LiDAR-System, ohne Drohne und ohne Genehmigungsverfahren.

Graben mit Versorgungsleitungen
Ein offener Graben vor dem Verfüllen, in etwa drei Minuten begangen. Im Schnittprofil lassen sich Lage der Leitungen und Grabenbreite direkt abgreifen.

Zuwegung zum Strommast
Der Zufahrtsweg zu einem Hochspannungsmast wurde abgelaufen und als Punktwolke aufgezeichnet. Geländekanten, Lichtraumprofil und Wegbreite lassen sich daraus ableiten.

Aufnahme im dichten Wald
Im dichten Bestand hat das Handheld-Gerät einen Vorteil gegenüber Drohnen-LiDAR: geringere Geschwindigkeit, geringerer Abstand zu den Objekten. Die Verfahren aus der Luft beschreibt der Beitrag zur Waldvermessung mit Drohne und LiDAR.

Gleisanlagen und Bahnhofsumfeld
Geländeaufnahme rund um Bahnanlagen für Volumen und Querprofile. Für die Millimeter-Gleisvermessung ist das Verfahren nicht gedacht, für Planung und Dokumentation genügt die Genauigkeit.
Die Aufnahmen entstanden in einem lokalen Koordinatensystem oder geodätisch referenziert. Welches Bezugssystem sinnvoll ist, ergibt sich aus dem Auswertungsziel: Volumen und Querprofile funktionieren oft im lokalen System, der Anschluss an Bestandskataster oder CAD braucht ein amtliches System.
Welches Verfahren wann passt.
Drei Fragen entscheiden: Wie groß ist die Fläche, wie zugänglich ist sie und welche Genauigkeit verlangt das Ergebnis.
| Aspekt | Drohne (UAV) | Handheld-SLAM | Laserscanner (TLS) |
|---|---|---|---|
| Wirtschaftliche Fläche | ab etwa 1 Hektar, klar im Vorteil ab etwa 5 Hektar | bis etwa 1 Hektar | einzelne Standorte und Bauwerke |
| Erfassungsleistung | 50 ha in etwa 60 Minuten | etwa 200 m² pro Minute zu Fuß | je Standpunkt, stationär |
| Innenräume | nur mit Spezialdrohne | uneingeschränkt | ja, sehr genau |
| Aufstiegsfreigabe | nötig (EU 2019/947) | nicht nötig | nicht nötig |
| Punktdichte | typisch 100-1.000 Pkt/m² | 8.900 bis über 10.000 Pkt/m² | extrem hoch |
| Perspektive | von oben | aus Bodensicht | stationär, aus Stativhöhe |
| Vegetation | nur mit LiDAR-Drohne | seitlich gut, direkter Sichtkontakt am Boden | seitlich, je nach Standpunkt |
| Sperr- und Flugverbotszonen | aufwendig oder unmöglich | im Allgemeinen unproblematisch | unproblematisch |
| Aufbau | Flugplanung und Genehmigung | etwa 3 Minuten | Aufbau je Standpunkt |
| Personal | 1-2 Personen | 1 Person, kurze Einweisung | Vermesser mit Erfahrung |
| Millimeter-Genauigkeit am Bauwerk | nein | nein | ja |
| Hoheitliche Aufgaben | nein | nein | nein, ÖbVI erforderlich |
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Große, offene Flächen
Ab etwa 5 Hektar, bei freiem Sichtfeld, ohne Genehmigungshürden und wenn der Zugang aus der Luft sinnvoll ist.
Klein, verdeckt oder gesperrt
Kleine Flächen, Innenräume, Bewuchs, Sperrzonen oder wenn schnell Volumen und Details gebraucht werden.
Übersicht und Detail
Die Drohne liefert die Übersicht, SLAM die Innenbereiche, Untersichten und den Boden unter Bewuchs.
Wenn Ihr Projekt beides braucht, sagen Sie es gleich in der Anfrage. Nachträglich wird daraus ein zweiter Termin mit eigener Anfahrt.
Wann SLAM ausreicht, wann nicht.
Relativ liegt die Genauigkeit bei 1 bis 5 cm. Wie genau die Aufnahme absolut liegt, entscheidet der Anschluss an ein amtliches Bezugssystem. Mit GNSS im Freien sind 3 bis 5 cm realistisch.
| Anwendung | Eignung von SLAM | Erwartbare Genauigkeit |
|---|---|---|
| Volumenberechnung Haufwerke | sehr gut geeignet | 3-5 cm |
| Bestandsdokumentation Gebäude | sehr gut geeignet | 1-5 cm relativ |
| Innenraum-Aufmaß | sehr gut geeignet | 1-5 cm relativ |
| Trassen- und Wegevermessung | gut geeignet | 3-5 cm |
| Geländemodelle (DGM) | gut geeignet | 5-10 cm |
| Bauwerksinspektion (Geometrie) | geeignet | 3-5 cm |
| Querprofile entlang Gleisen | geeignet | 3-5 cm |
| Gleisvermessung im mm-Bereich | nicht geeignet | klassische Verfahren |
| Gerichtsfeste Grenzfeststellung | nicht geeignet | ÖbVI erforderlich |
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Mehr zu erreichbaren Werten bei der Höhenmessung: Höhengenauigkeit in der Drohnenvermessung.
Vom Briefing bis zur Datenlieferung.
Fünf Schritte vom ersten Gespräch bis zur Übergabe. Bei kleinen Objekten dauert die Begehung selbst nur wenige Minuten.
Projektklärung
Aufnahmebereich, Zweck (Volumen, Bestand, Querprofil) und Bezugssystem (lokal oder geodätisch) klären. Daraus folgen Geräteklasse und Auswerteumfang.
Vorbereitung
Initialisierung des Geräts, etwa drei Minuten. Bei georeferenzierter Aufnahme werden GNSS-Passpunkte gesetzt. Die Route schließt sich idealerweise zu einer Schleife.
Begehung
Die Fläche wird mit etwa 1 m/s abgegangen. Das Tablet zeigt die Punktwolke live, Lücken fallen sofort auf.
Registrierung
Die Software optimiert die Punktwolke aus Laser- und Bewegungsdaten. Loop Closures korrigieren Drift, die Kameras färben die Punktwolke ein.
Übergabe
Lieferung in CAD- und 3D-Formaten: Punktwolke (LAS, LAZ, E57), Schnittprofile als DXF, auf Anfrage Mesh oder BIM-Export.
Die Punktwolke wächst während der Begehung.
Live-Ansicht auf dem Tablet bei vier Aufnahmen, mit der bis dahin verstrichenen Zeit.
Was Sie nach der Auswertung erhalten.
Welche Formate sinnvoll sind, hängt von Ihrer Software und der Weiterverarbeitung ab. Sie werden vor der Aufnahme festgelegt.
Punktwolke
Standardformat für 3D-Punktwolken, LAZ ist die komprimierte Variante. Lesbar in CloudCompare, ReCap, Civil 3D und jeder gängigen Punktwolken-Software.
Austauschformat
Herstellerneutral, speichert Bilder und Sensor-Metadaten mit. Standard für die Übergabe zwischen Scanner-Software und CAD- oder BIM-Systemen.
Farbe und Text
PLY für die eingefärbte Punktwolke aus den RGB-Kameras. XYZ und PTS als unkomprimierte Textformate für einfachen Austausch.
Schnittprofile
Querprofile, Längsschnitte, Bestandslinien. Import in AutoCAD, BricsCAD und MicroStation.
3D-Mesh
Vermaschte Oberfläche aus der Punktwolke, optional mit Textur aus den Kameras. Für Visualisierung und 3D-Anwendungen.
BIM-Modell
Auf Anfrage. Bauteilkonform für BIM-Workflows, sofern die Aufnahme dafür strukturiert wurde.
Bericht
Dokumentation mit Schnitten, Maßauszügen, Volumenangaben und Hinweisen zur erreichten Punktdichte.
Sechs Punkte, die vorab geklärt sein sollten.
Was Auftraggeber vor einer SLAM-Aufnahme mit dem Vermessungs- oder Geomatik-Büro abstimmen.
- Aufnahmeziel definieren Volumen, Bestand, Querprofil, Innenraum-Aufmaß oder Ergänzung zur Drohne. Das Ziel bestimmt Geräteklasse, Begehungsstrategie und Auswertungstiefe.
- Bezugssystem festlegen Lokales Koordinatensystem oder geodätischer Bezug (ETRS89/UTM, DHHN2016)? Für den Anschluss an Bestandsdaten ist ein amtliches System nötig, es braucht GNSS-Stützung oder eingemessene Kontrollpunkte.
- Zugang klären Eigentümer, Betreiber, Sperrzeiten, Sicherheitseinweisung. Die luftfahrtrechtliche Genehmigung entfällt, der Zutritt bleibt zu organisieren, auf Bahnflächen mit Sperrpausen.
- Genauigkeit benennen Reichen 3 bis 5 cm für Volumen und Bestand, oder werden Millimeter-Toleranzen verlangt? Letztere erreicht SLAM nicht, dafür braucht es Laserscanning oder klassische Vermessung.
- Lieferformate festlegen LAS, LAZ oder E57 für die Punktwolke, DXF für Schnitte, OBJ für Mesh, IFC für BIM, PDF für den Bericht. Im Angebot festhalten, nicht im Nachgang.
- Kombination mit der Drohne prüfen Ab etwa einem Hektar oder wenn eine Übersicht gebraucht wird, lohnt die Kombination: Drohne für die Fläche, SLAM für Detail und Sichtschatten.
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SLAM ist ein bodengebundenes Verfahren ohne luftfahrtrechtliche Auflagen. Vier Punkte bleiben trotzdem relevant.
Drohnenverordnung 2019/947
Regelt den Betrieb unbemannter Luftfahrzeuge. Für SLAM nicht einschlägig, weil kein Luftfahrzeug bewegt wird. Bei kombinierten Aufträgen gilt sie für den Drohnenanteil.
EUR-Lex OriginaltextSAPOS
Amtlicher Satellitenpositionierungsdienst der Landesvermessungsbehörden. Liefert die Korrekturdaten für georeferenzierte SLAM-Aufnahmen im Freien.
SAPOS-PortalDSGVO und Personenbezug
Sichtbare Personen, Kennzeichen, Hausnummern oder einsehbare Innenräume können personenbezogene Daten sein. Vor Aufnahmen im öffentlichen Raum oder in Betrieben werden Datenschutz und Hausrecht abgestimmt, gegebenenfalls werden die Daten bereinigt.
BfDI InformationHoheitliche Vermessung
Grenzfeststellungen und amtliche Lagepläne sind Öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren (ÖbVI) vorbehalten. SLAM-Aufmaße liefern unterstützende Bestandsdaten, ersetzen aber keine ÖbVI-Tätigkeit.
BDVI, Bund der ÖbVIFür SLAM gibt es keine eigene Norm. Die Genauigkeitsangaben folgen den Prüfungen der Hersteller, den allgemeinen Rahmen setzt DIN 18710 (Ingenieurvermessung).
Glossar.
Zwölf Begriffe aus SLAM-Angeboten und Auswertungsberichten, knapp erklärt.
- SLAM
- Simultaneous Localization and Mapping. Algorithmus, der aus Sensor- und Bewegungsdaten gleichzeitig die eigene Position bestimmt und eine Karte oder Punktwolke der Umgebung aufbaut.
- Handheld-LiDAR
- Tragbares Laserscanner-System, in der Hand gehalten oder als Rucksack getragen. Kombiniert LiDAR-Sensor, IMU, GNSS und meist mehrere RGB-Kameras.
- Punktwolke
- 3D-Datensatz aus Millionen Einzelpunkten mit Lage, Höhe und meist Farbe. Standardergebnis jeder LiDAR-Aufnahme, typisch als LAS, LAZ oder E57.
- IMU
- Inertial Measurement Unit. Misst Beschleunigung und Drehraten und stützt die Bahn des Geräts zwischen den Laserscans.
- Loop Closure
- Der Algorithmus erkennt einen bereits aufgenommenen Bereich wieder und korrigiert damit die aufgelaufene Drift.
- Drift
- Aufsummierter Lagefehler während der Begehung. Tritt vor allem in strukturarmen Umgebungen auf und wird durch Loop Closures oder GNSS-Stützung verringert.
- Trajektorie
- Aufgezeichneter Bewegungspfad des Sensors. Grundlage dafür, jeden Einzelpunkt korrekt in der Punktwolke zu verorten.
- Mobile Mapping
- Sammelbegriff für Erfassung mit bewegtem Sensor: Handheld, Rucksack, fahrzeuggestützte Systeme.
- RTK
- Real-Time Kinematic. GNSS-Korrekturverfahren für Positionen im Zentimeterbereich in Echtzeit, bei SLAM zur Georeferenzierung im Freien.
- ETRS89/UTM
- Amtliches Koordinatensystem für Geodaten in Deutschland. Standard bei der Übergabe an Behörden und CAD-Systeme.
- DHHN2016
- Deutsches Haupthöhennetz 2016, das amtliche Höhensystem. Für globale Lagerung werden SLAM-Höhen darauf bezogen.
- ÖbVI
- Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur. Nur ÖbVI führen hoheitliche Aufgaben wie Grenzfeststellungen aus. SLAM ersetzt sie nicht.
Anfrage stellen. passpunkt vermittelt an passende Fachbüros.
Welches Verfahren, welche Geräteklasse und welche Datenformate zu Ihrem Projekt passen, hängt von Aufnahmebereich, Auswertungsziel und Genauigkeitsanforderung ab. Schildern Sie Ihr Projekt, passpunkt prüft die Anfrage und schlägt passende Anbieter mit SLAM-Geräten aus dem Verzeichnis vor.
SLAM in der Vermessung: FAQ.
Die Fragen, die vor einer Beauftragung am häufigsten gestellt werden.
SLAM steht für Simultaneous Localization and Mapping. In der Vermessung bezeichnet es einen Algorithmus, der aus den Daten eines Handheld-LiDAR-Geräts gleichzeitig die eigene Position und eine 3D-Punktwolke der Umgebung berechnet. Der Anwender trägt das Gerät durch das Aufnahmegebiet, die Punktwolke entsteht in Echtzeit.
Nein. Da kein Luftfahrzeug eingesetzt wird, sind die Genehmigungen aus der EU-Drohnenverordnung nicht einschlägig. Auch in Flugverbotszonen, an Bahnanlagen oder im Innenraum kann ohne luftfahrtrechtlichen Vorlauf gearbeitet werden. Die Zutrittserlaubnis des Eigentümers oder Betreibers bleibt erforderlich.
Die relative Genauigkeit moderner SLAM-Systeme liegt im einstelligen Zentimeterbereich, typisch bei 1 bis 5 cm. Die absolute Genauigkeit hängt vom Bezugssystem ab: Mit GNSS-Empfang im Freien sind 3 bis 5 cm realistisch, im Innenraum gilt der Wert nur relativ innerhalb der Aufnahme. Für Millimeter-Anwendungen wie die Gleisvermessung oder die gerichtsfeste Grenzfeststellung ist SLAM nicht geeignet.
SLAM ist im Vorteil bei Flächen unter etwa einem Hektar, in Innenräumen und GNSS-Schatten, in genehmigungspflichtigen Zonen wie Stadtkernen oder Bahnanlagen und überall dort, wo Vegetation den Blick aus der Luft versperrt. Ab etwa fünf Hektar ist die Drohne deutlich schneller. Häufig ergänzen sich beide: Die Drohne liefert die Übersicht, SLAM die Details und die verdeckten Bereiche.
Bei normaler Begehung sind es typisch 8.900 Punkte pro Quadratmeter und mehr. In dichter Vegetation oder bei langsamer Begehung werden auch über 10.000 Punkte pro Quadratmeter aufgezeichnet, weil der Sensor näher am Objekt arbeitet als eine Drohne in Flughöhe.
Typisch sind Aufnahmen unter Vegetation, Zuwegungen zu Wind- und Strommasten, Volumen kleiner Haufwerke, Gräben mit Versorgungsleitungen, Bestandsaufnahmen in Innenräumen ohne GNSS-Empfang, Querprofile an Gleisanlagen außerhalb des Millimeter-Bereichs und Detailaufnahmen als Ergänzung zu Drohnendaten.
Standard sind LAS und LAZ als Punktwolken-Formate, E57 als herstellerneutrales Austauschformat sowie DXF für Schnittprofile und CAD-Übergaben. Auf Anfrage kommen PLY für farbige Punktwolken, 3D-Mesh (OBJ, FBX), BIM-Exporte (IFC) und PDF-Berichte mit Querprofilen oder Volumen dazu. Die Formate werden vorab abgestimmt.
Ja. Die Aufnahme kann in einem lokalen Koordinatensystem oder bezogen auf ein geodätisches System geliefert werden, in Deutschland typisch ETRS89 mit UTM-Abbildung und DHHN2016 als Höhensystem. Dafür werden GNSS-Stützung oder eingemessene Kontrollpunkte mitgeführt. Im Innenraum wird in der Regel lokal aufgenommen.
Die Erfassung ist schnell. Die Initialisierung dauert etwa drei Minuten, danach kann direkt aufgenommen werden. Ein Graben mit Versorgungsleitungen ist in rund drei Minuten erfasst. Die Auswertung in der Hersteller-Software hängt von Datenmenge und Auswertungstiefe ab und wird im Angebot beziffert.
Als Praxiswert liegt ein Einsatztag mit SLAM-Scanner bei etwa 1.200 bis 2.500 Euro inklusive Auswertung, kleine Innenraumaufnahmen können darunter liegen. Pro Quadratmeter ergibt das grob 1 bis 5 Euro. Verbindlich kalkuliert wird erst nach Sichtung von Objekt und Auswertungsziel. Allgemeine Preisrahmen finden Sie im Beitrag zu den Kosten der Drohnenvermessung.
Eingeschränkt. SLAM-Algorithmen brauchen Strukturmerkmale, an denen sie sich orientieren. In sehr großen, leeren Hallen oder auf offenen Wiesen ohne markante Objekte kann die Berechnung driften. Abhilfe schaffen GNSS-Passpunkte, ergänzende Marker oder die Kombination mit einer Drohnenaufnahme.
Spezialisierte Vermessungs- und Geomatik-Büros, Drohnen-Dienstleister mit erweitertem Gerätepark und zunehmend auch klassische Vermessungsbüros. Im passpunkt-Verzeichnis sind Anbieter mit Handheld- oder Backpack-Scanner gekennzeichnet.

