Planung & Projektkontext in der Drohnenvermessung

Zentrale Fachbegriffe zur strukturierten Vorbereitung, Ausschreibung und Dokumentation von Drohnenbefliegungen im vermessungstechnischen Umfeld.

Die Inhalte dieses Glossars dienen der allgemeinen fachlichen Einordnung und stellen keine individuelle Beratung oder projektbezogene Planung dar.

Glossar Planung & Projektkontext

Befliegungsplanung

Die Befliegungsplanung bezeichnet die systematische Vorbereitung einer Drohnenbefliegung im Hinblick auf Zielsetzung, Gebietsausdehnung, Datenanforderungen und Rahmenbedingungen. Sie bildet die operative Grundlage für eine belastbare Geodatenerfassung.


Im fachlichen Zusammenhang umfasst die Befliegungsplanung unter anderem die Festlegung von Flugrouten, Überlappungswerten, Flughöhen, Start- und Landepunkten sowie die Berücksichtigung von Hindernissen und topografischen Besonderheiten. Ebenso fließen projektbezogene Anforderungen an Genauigkeit, Datenformate und Auswertungsprozesse ein.


In der Praxis dient die Befliegungsplanung dazu, reproduzierbare und auswertbare Datensätze zu erzeugen. Für Vermessungs- und Ingenieurbüros ist sie ein zentraler Schritt, um spätere Modellierungen, Volumenberechnungen oder Bestandsaufnahmen technisch abzusichern. Eine unzureichende Planung kann zu Datenlücken, unzureichender Überdeckung oder erhöhtem Nachbearbeitungsaufwand führen.


Abzugrenzen ist die Befliegungsplanung von der eigentlichen Flugausführung. Während die Planung die konzeptionelle Grundlage schafft, beschreibt die Durchführung den operativen Einsatz vor Ort.

Überlappung

Die Überlappung beschreibt den prozentualen Bereich, in dem sich einzelne Luftbilder innerhalb einer Befliegung überschneiden. Unterschieden wird in der Regel zwischen Längsüberlappung (in Flugrichtung) und Querüberlappung (zwischen benachbarten Flugstreifen).


Im Kontext der Photogrammetrie ist eine ausreichende Überlappung Voraussetzung für die automatisierte Bildzuordnung und die Berechnung dreidimensionaler Modelle. Sie ermöglicht es, identische Bildpunkte in mehreren Aufnahmen zu identifizieren und daraus Punktwolken sowie Orthomosaike abzuleiten.


In der Praxis beeinflusst die gewählte Überlappung sowohl die Datendichte als auch den Befliegungsaufwand. Höhere Überlappungswerte führen zu stabileren Rekonstruktionen, erhöhen jedoch die Anzahl der Bilder und damit Speicher- und Rechenbedarf. Für Planer und Bauunternehmen ist die Überlappung daher ein relevanter Parameter bei der Definition von Projektanforderungen im Leistungsverzeichnis.


Von der Überlappung zu unterscheiden ist die reine Bildanzahl. Entscheidend ist nicht die Menge der Aufnahmen, sondern deren geometrische Überschneidung.

Flughöhe

Die Flughöhe bezeichnet die vertikale Distanz zwischen Drohne und Geländeoberfläche während der Datenerfassung. Sie ist ein wesentlicher Parameter der Befliegungsplanung und beeinflusst direkt die Bodenauflösung und die Flächenabdeckung.


Im fachlichen Zusammenhang wird die Flughöhe in Relation zur gewünschten Genauigkeit und zur Geländestruktur festgelegt. Bei stark reliefiertem Gelände kann eine variable Flughöhe erforderlich sein, um eine konstante Datenqualität sicherzustellen.


In der Praxis wirkt sich die Flughöhe auf mehrere Aspekte aus: auf die erreichbare Detailgenauigkeit, auf die Anzahl der notwendigen Flugstreifen sowie auf die Effizienz der Datenerhebung. Niedrige Flughöhen erhöhen die Detailtiefe, reduzieren jedoch die pro Flug abgedeckte Fläche. Höhere Flughöhen ermöglichen größere Flächenleistungen, führen jedoch zu einer gröberen Bodenauflösung.


Die Flughöhe ist daher kein isolierter Wert, sondern Bestandteil eines abgestimmten Parametersets aus Überlappung, Sensorik und gewünschter Auswertungsqualität.

Bodenauflösung (GSD)

Die Bodenauflösung, häufig als Ground Sampling Distance (GSD) bezeichnet, beschreibt den Abstand zweier benachbarter Bildpunkte auf der Geländeoberfläche. Sie wird üblicherweise in Zentimetern oder Millimetern pro Pixel angegeben.


Die GSD ist ein zentraler Qualitätsindikator in der Drohnenvermessung. Sie bestimmt, welche Detailgröße im Bild eindeutig erkennbar und messbar ist. Je kleiner der GSD-Wert, desto höher ist die geometrische Detailauflösung.


In der Praxis hängt die Bodenauflösung von mehreren Faktoren ab, insbesondere von der Flughöhe, der Sensorauflösung und der Brennweite der Kamera. Für Vermessungsbüros ist die GSD ein maßgeblicher Parameter bei der Definition projektbezogener Anforderungen, etwa bei der Erstellung von Bestandsplänen, Geländemodellen oder Schadensdokumentationen.


Abzugrenzen ist die Bodenauflösung von der absoluten Lagegenauigkeit. Eine geringe GSD ermöglicht eine hohe Detaildarstellung, sagt jedoch allein nichts über die geodätische Einbindung oder Referenzierung des Datensatzes aus.

Leistungsverzeichnis

Das Leistungsverzeichnis definiert die fachlichen und technischen Anforderungen an eine beauftragte Drohnenvermessung. Es bildet die Grundlage für Ausschreibung, Angebotskalkulation und Leistungsabgrenzung.


Im Kontext der Geodatenerfassung umfasst ein Leistungsverzeichnis typischerweise Angaben zu Projektgebiet, gewünschter Bodenauflösung, Überlappungswerten, Referenzierung, Datenformaten sowie zu erwartenden Auswertungsprodukten. Auch Anforderungen an Dokumentation und Übergabe können enthalten sein.


Für Planer und Bauunternehmen ist das Leistungsverzeichnis ein Instrument zur präzisen Definition des Leistungsumfangs. Eine klare Beschreibung reduziert Interpretationsspielräume und erleichtert die Vergleichbarkeit eingehender Angebote. Gleichzeitig schafft es für Vermessungsbüros eine nachvollziehbare Kalkulationsgrundlage.


Abzugrenzen ist das Leistungsverzeichnis von der späteren Datendokumentation. Während das Leistungsverzeichnis Anforderungen formuliert, beschreibt die Dokumentation die tatsächlich erbrachte Leistung.

Datendokumentation

Die Datendokumentation beschreibt die strukturierte Erfassung und Bereitstellung projektbezogener Informationen zur durchgeführten Befliegung und Datenverarbeitung. Sie dient der Nachvollziehbarkeit und Qualitätssicherung.


Im fachlichen Zusammenhang umfasst die Datendokumentation unter anderem Angaben zu Befliegungsdatum, eingesetzter Sensorik, Flughöhe, Überlappung, Bodenauflösung, Referenzierungsmethode sowie zu durchgeführten Verarbeitungsschritten. Ziel ist eine transparente Darstellung der Entstehungsbedingungen des Datensatzes.


In der Praxis ermöglicht eine vollständige Datendokumentation die fachliche Bewertung der Datenqualität und die spätere Weiterverarbeitung in CAD-, GIS- oder BIM-Umgebungen. Für Ingenieurbüros und Bauunternehmen schafft sie eine belastbare Grundlage für Prüfprozesse und interne Freigaben.


Die Datendokumentation ist nicht mit der reinen Datenübergabe gleichzusetzen. Während die Übergabe die Bereitstellung der Ergebnisse beschreibt, dokumentiert sie die methodischen und technischen Rahmenbedingungen der Datenerhebung.